sammlung wallmoden
Die Hannoveraner Kunstsammlung des Reichsgrafen und illegitimen Sohns König Georgs II., Johann Ludwig Wallmoden-Gimborn (1736-1811), zählte bis zu ihrer Auflösung in einer Auktion im Jahre 1818 zu den bedeutendsten in Norddeutschland. Im Rahmen der großen Niedersächsischen Landesausstellung vom 17. Mai bis zum 5. Oktober 2014 führte das Landesmuseum Hannover rund 200 Jahre nach ihrer Zerstreuung über ganz Europa und Nordamerika erstmals Teile der Wallmoden-Galerie wieder in Hannover zusammen. Sie gewährte einen faszinierenden Einblick in das feudale Sammlungswesen des späten Ancien Régime, an der Epochenschwelle zum Aufbau bürgerlicher Hannoveraner Sammlungen von Bernhard Hausmann oder August und Hermann Kestner, und betrifft somit einen Schlüsselmoment der niedersächsischen Kunst- und Kulturgeschichte. Zugleich weist die Wallmoden-Galerie nicht erst durch ihre auktionsbedingte Zerstreuung weit über Deutschland hinaus. Wallmoden, der sich militärisch an der – zunächst vergeblichen – Abwehr der Feldzüge von Napoleons Revolutionsarmee beteiligte, wurde bei seinen in den 1760er Jahren gefällten Kaufentscheidungen von Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) beraten, der 1763 von Papst Clemens XIII. zum Oberaufseher für die Altertümer in Rom ernannt worden war.
Kategorisiert in: Forschungsprojekte
Dieser Artikel wurde verfasst von Patricia Nienhues
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